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EDRi-gram Nr. 7.12, 17. Juni 2009 |
Windows 7 wird ohne IE eingeführt, die Kommission zeigt sich nicht zufrieden
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Mo, 22/06/2009 - 10:46
Wenn Microsoft auch bis vor kurzem behauptet hat, dass der Internet Explorer (IE) ein integraler Teil des Windows Betriebssystem sei, gab die Firma am 11. Juni 2009 bekannt, dass man die neue Version – Windows 7 - für den europäischen Markt ohne IE einführen werde. Diese Entscheidung kommt als Ergebnis der Mitteilung der Beschwerdepunkte, die die Europäische Kommission im Januar an MS gesandt hatte, und in der sie ihre Bedenken in Bezug auf den Wettbewerb zum Ausdruck brachte, da der Browser mit dem Betriebssystem gekoppelt war. Die Europäische Kommission zeigt sich allerdings auch mit der neuen Entscheidung nicht zufrieden. Eine Mitteilung von Beschwerdepunkten stellt einen formellen Schritt in kartellrechtlichen Ermittlungen der Kommission dar, in dem die betroffenen Parteien schriftlich über die Beschwerdepunkte, die gegen sie erhoben wurden, in Kenntnis gesetzt werden. Microsoft reagierte am 28. April; die Kommission behandelt diese Erwiderung zur Zeit und sammelt weitere Beweise. Der Kommission zufolge nutzt MS seine dominante Position auf dem Betriebssystemmarkt durch die Kopplung des IEs mit Windows aus, um Wettbewerb zu verhindern. Microsoft wurde von der EU schon 2007 abgestraft, weil der Media Player mit Windows gekoppelt ist. Microsoft entschied, die europäische Version ohne IE einzuführen, während man noch auf die Entscheidung der Kommission wartet, die Ziele der Einführung jedoch im Age behalten will. „Wir wollen Windows 7 in Europa zur gleichen Zeit einführen wie im Rest der Welt, aber wir müssen uns bei der Einführung auch an das Europäische Wettbewerbsrecht halten. Im Hinblick auf die andauernden Verfahren haben wir entschieden, den IE in Europa separat anzubieten, anstatt ihn mit Windows 7 gekoppelt einzuführen; sowohl Hersteller als auch User sollen ihn leicht installieren können. Das bedeuten, dass es Computerherstellern und Usern frei stehen wird, den Internet Explorer auf Windows 7 zu installieren. Natürlich können sie auch andere Webbrowser installieren“, schrieb der stellvertretende Leiter der Rechtsabteilung Dave Heiner in einem Blogpost auf der Webseite der Firma. In Erwiderung auf diese Aussage zeigten die Europäischen Regulatoren am 12. Juni nicht erfreut mit MSs Entscheidung, da sie von dem Unternehmen gefordert hatten, eine Auswahl an Browsern auf ihrem Betriebssystem anzubieten, um den Verbrauchern die Wahl zu bieten. „Microsoft hat anscheinend entschieden, Einzelverbrauchern eine Version von Windows ohne jeden Webbrowser anzubieten. Anstelle von mehr Auswahl scheint sich MSs also für noch weniger Auswahl entschieden zu haben,“ heißt es in der Erklärung der Kommission. Die Reaktion ist verständlich, da Microsoft auch nach der Abstrafung 2007 entschied, eine Version ohne Media Player herauszubringen und die Beschränkungen der Kommission umging, indem man eine alternative Version von Windows verkaufte, die ohne Aufschlag mit dem Media Player erhältlich war, die von den Konsumenten natürlich bevorzugt wurde. Eine mögliche Lösung, die in der Mitteilung der Kommission in Betracht gezogen wird, bestünde darin, den Konsumenten die Wahl zu lassen, sich zwischen verschieden Webbrowser zu entscheiden, die ihnen auf einem „Ballot Screen“ auf Windows angeboten werden. Damit könnte die Kommission Microsoft zwingen, andere Browser auf ihrem Betriebsystem zu inkludieren, was konkurrierenden Browserunternehmen wie Mozillas Firefox, Opera, Googles Chrome und Apples Safari wahrscheinlich zugute kommen würde. EU unconvinced by Microsoft Internet browser offer (12.06.2009) Antitrust: Commission statement on Microsoft Internet Explorer announcement (12.06.2009) Working to Fulfill our Legal Obligations in Europe for Windows 7 (11.06.2009) Brussels threatens Microsoft with fresh fine (19.01.2009) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/1434
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