Aktuelle Meldungen (27.01.2010)

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Mi, 27/01/2010 - 18:40

EVP-Fraktionssprecher Strasser zum SWIFT-Abkommen
Einsatz besonderer Ermittlungsmaßnahmen im Jahr 2008
Big-Brother-Stipendium 2010
World of Warcraft späht Spieler aus

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EVP-Fraktionssprecher Strasser zum SWIFT-Abkommen

Im Vorfeld des morgen stattfindenden Europäischen Datenschutztages meldet sich Ernst Strasser in seiner Eigenschaft als Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament zum Bankdatenabkommen zu Wort. In einer Presseaussendung verkündet Strasser zwar in Bezug auf den vorliegenden Zustimmungsantrag, dass ein "Abkommen, das unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung die Grundrechte unserer Bürger verletzt," nicht gutgeheißen werden kann.

Weiter im Text schwächt VP-Mandatar Strasser aber ab und fordert nur mehr, "dass für das endgültige Abkommen genau geklärt wird, wie lange und unter welchen Bedingungen die Daten gespeichert werden können". Und spricht sich anlässlich des Datenschutztages letztlich doch FÜR eine Übermittlung von SWFT-Daten an die USA aus.

Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Standpunkt der EVP im Europaparlament nicht durchsetzt.

[unwatched.org / APA]

Einsatz besonderer Ermittlungsmaßnahmen im Jahr 2008

Der Bericht des Justizministeriums über die im Jahr 2008 zum Einsatz gekommenen "besonderer Ermittlungsmaßnahmen" zur Bekämpfung organisierter Kriminalität ist nun auf der Homepage des Parlamentspage verfügbar. Wie aus dem Bericht hervorgeht, sind im Jahr 2008 4 große und 3 kleine Lauschangriffe durchgeführt worden. Dabei handelt es sich bei einem "großen Lauschangriff" um den Einsatz von Mikrofonen und/oder Kameras in Privaträumen, beim "kleinen Lauschangriff" um den Einsatz in öffentlichen zugänglichen Büros oder in der Öffentlichkeit. Hinzu kamen 107 Videofallen (59 außerhalb und 48 innerhalb von Räumen mit Zustimmung der Inhaber).

Nur 40 der aufgezählten Maßnahmen waren erfolgreich. Betroffen waren 334 Personen, weit mehr als im Jahre 2007, in dem nur 42 Personen betroffen waren. Die auffällige Steigerung wird auf das gegen Tierschützer gerichtete Großverfahren bei der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt zurückgeführt. Allein bei diesem Großverfahren waren 267 Personen von der Überwachung betroffen.

Links:
Parlamentskorrespondenz
Bericht des BMJ

[unwatched.org / PK]

Big-Brother-Stipendium 2010

Das diesjährige Big-Brother-Stipendium geht an Christian Amsüss für sein Projekt "Quick Reader".

Gewinner Amsüss hat festgestellt, dass auf den Quick-Cards nicht nur gespeichert wird, wie viel Geld noch für Zahlungen über diese Funktion zur Verfügung steht, sondern auch andere Daten, wie etwa das Terminal, an dem die letzte Zahlung getätigt worden ist, sowie die Anzahl der Zahlungen an einem bestimmten Terminal. Mit dem "Quick Reader" soll es künftig jedem User möglich sein, schnell und einfach festzustellen, welche Daten auf seiner Quick-Card gespeichert sind.

Für die Umsetzung seiner Projektidee erhält Amsüss ein Jahr lang ein Stipendium in der Höhe von monatlich 400 Euro. Das Stipendium wird von der
UBIT Wien (Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationtechnologie in der Wirtschaftskammer Wien) zur Verfügung gestellt.

[unwatched.org]

World of Warcraft späht Spieler aus

Apropos Big Brother: Große Aufregung herrscht seit einigen Tagen unter den Anhängern des Online-Strategiespiels "World of Warcraft", die nun ohne Möglichkeit zur Gegenwehr virtuell überwacht werden.

Die WoW-Entwickler von Blizzard Entertainment haben nämlich einen Zusatzdienst eingerichtet, durch den Informationen über "Spielercharaktere" gespeichert und als RSS-Feed angeboten werden, ohne die betroffenen Spieler zu fragen. Wer will, kann mitunter sehr leicht einen bestimmten Spieler identifizieren und sein Spielerverhalten beobachten. Einsehbar wird also, welche Aktivitäten ein "Charakter" gerade setzt, wann er online ist und wie erfolgreich er ist, ohne dass der Spieler auf die Veröffentlichung Einfluss nehmen kann.

Einzelne Spieler mögen sich nun sorgen, von ihren Arbeitgebern beim Spielen während der Arbeitszeit entdeckt zu werden. Andere wiederum befürchten, mit nur zwei Abenden pro Woche als "Wenigspieler" entlarvt zu werden. Das große Ärgernis ist jedoch die Ignoranz in Bezug auf Fragen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre bei Bilzzard Entertainment.

Dabei war Blizzard schon einmal – im Jahr 2005 – Gegenstand großen Unmuts und handelte sich gar einen österreichischen Big-Brother-Award ein. Stein des Anstoßes war damals die Tatsache gewesen, dass Spyware auf dem Rechner zur Pflicht für die Teilnahme am Strategiespiel gemacht worden war. Bis heute müssen Spieler einer Nutzungsbedingung zustimmen, die es Blizzard ermöglicht, "den Random Access Memory (RAM) und/oder CPU-Prozesse auf die Benutzung von un-authorisierten Drittanbieter-Programmen hin zu überwachen. Blizzard muss weiters das Recht zugebilligt werden, "bestimmte Identifizierungsinformationen bezüglich der verwendeten Computer-Hardware und des Betriebssystems, einschließlich der Identifikationsnummern der Festplatten, CPU, IP-Adressen und Betriebssysteme zu Identifizierungszwecken" festzustellen, ohne den User darüber eigens zu informieren.

Weltweit haben sich übrigens bis dato 11 Millionen Spieler – wissentlich oder unwissentlich – dieser Zwangsüberwachung unterworfen.

[unwatched.org / pcgameshardware.de]

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