SuchenNewsletter / HinweiseUnser Newsletter informiert Sie regelmĂ€Ăig ĂŒber Neuerungen bei unwatched.org, wie beispielsweise neue Ausgaben von EDRi-gram. Abbonieren Sie ihn hier: Gerne können Sie uns auch auf interessante Veranstaltungen und Webseiten hinweisen! kommende Termine
EDRIgram, Nr. 6.2, 30. Januar 2008 |
Die wichtigsten Datenschutzbelange in Zusammenhang mit den Entwicklungen in der EU Politik 2007
1
Fr, 08/02/2008 - 20:59
Das Abkommen von Lissabon wurde im Dezember 2007 unterzeichnet. Ungeachtete der heftigen Kritik an diesem Abkommen wird das Papier, wenn es von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert worden ist, zwei wichtige Verbesserungen fĂŒr die EU und ihre BĂŒrger herbeifĂŒhren. Erstens wird die Charta der Grundrechte der EuropĂ€ischen Union Teil der Gemeinschaftsacquis werden, einschlieĂlich der §7 (Respekt von Privat- und Familienleben) und §8 (Schutz von persönlichen Daten). Zweitens wird das Abkommen der EU den Zugang zur EuropĂ€ischen Konvention fĂŒr Menschenrechte ermöglichen und die EU BĂŒrgern somit gegen die Verletzung ihrer Menschenrechte durch EU Institutionen schĂŒtzen. Diese Verbesserung wĂ€re Ă€uĂerst willkommen, besonders â aber keineswegs nur â in Anbetracht der derzeitigen UnzulĂ€nglichkeit des Datenschutzes unter der dritten SĂ€ule (Justiz und Inneres). Aber 2007 hat im Hinblick auf die Entwicklungen bei der PrivatsphĂ€re und dem Schutz persönlicher Daten auf EU Ebene auch viele Sorgen bereitet. Neben dem SWIFT Skandal, bei dem der Zugriff der USA auf europĂ€ische Finanztransaktionen ermöglicht worden war, gab es die Google-Doubleclick Fusion, die derzeit von der EuropĂ€ischen Kommission untersucht wird (wenn auch hauptsĂ€chlich im Hinblick auf Wettbewerb), fortwĂ€hrende Sorgen mit der Vorratsdatenspeicherung durch Suchmaschinen, besonders Google, auch wenn die Firma leichte KĂŒrzungen bei der Speicherungsfrist angekĂŒndigt hat, und die Entwicklung der RFIDi-Chips; die groĂen Probleme mit der EU-Politik in 2007 drehen sich um Fluggastdaten, die Weitergabe von biometrischen und genetischen Daten und das immer noch unzulĂ€ngliche Level des Datenschutzes unter der dritten SĂ€ule. âAlle Regierungen haben die Pflicht, ihre BĂŒrger vor der terroristischen Bedrohung zu schĂŒtzen, aber die Methode sollte legal, intelligent und effektiv seinâ, sagte der GeneralsekretĂ€r des Europarats am Datenschutztag. âIch mache mir Sorgen, dass einige der aktuellen Vorkehrungen fĂŒr den Austausch von Daten, die unter Druck der US-Regierung getroffen worden sind, diesen Kriterien nicht entsprechenâ, fĂŒgte er passenderweise hinzu. a. Fluggastdaten (PNRi) SpĂ€ter im Jahr kĂŒndigte die EU ihr Projekt zur Schaffung ihres eigenen EuropĂ€ischen PNRi Systems an. Der Plan, der im November von der EuropĂ€ischen Kommission eingereicht wurde, Ă€hnelt dem Abkommen zwischen der EU und der USA. Die EU wird 19 persönliche DatensĂ€tze ĂŒber Passagiere speichern mĂŒssen, die in den EU Raum ein- oder ausreisen, einschlieĂlich Telefonnummer, E-Mail-Adresse, ReisebĂŒro, vollstĂ€ndige Reiseroute, Abrechnungen und GepĂ€cksinformationen. Die Informationen werden in Analyseeinheiten gespeichert, durch die eine âRisikoeinschĂ€tzungâ fĂŒr jeden Passagier vornehmen wird, die in der Folge zu Befragungen des Passagiers oder sogar zu Einreiseverweigerungen fĂŒhren können. Die Daten sollen fĂŒr fĂŒnf Jahre gespeichert werden und landen dann fĂŒr weitere acht Jahre in einer ruhenden Datenbank. Dieser Plan wurde ebenfalls bereits vom Parlament kritisiert und auch von der Arbeitsgruppe Artikel 29 und dem EuropĂ€ischen Datenschutzbeauftragten, aber im Jahr 2008 wird sich diesbezĂŒglich dennoch sicher noch viel tun. Einige Mitgliedsstaaten haben Ă€hnliche MaĂnahmen schon auf nationaler Ebene eingefĂŒhrt. b. Weitergabe biometrischer und genetischer Daten Die EU möchte jedoch auch biometrische Daten von EU BĂŒrgern und Einwohnern speichern und weitergeben, weit mehr als die Daten, die bereits durch biometrischen PĂ€sse und Personalausweise bekannt sind. Im Juni 2007 wurde beschlossen, dass das PrĂŒm Abkommen, das ursprĂŒnglich von 7 EU LĂ€ndern im Mai 2005 unterzeichnet worden war, ohne maĂgebliche Ănderungen in die EU Gesetzgebung aufgenommen werden wird. Diese Entscheidung fĂŒhrt zum gröĂten paneuropĂ€ischen Netzwerk von polizeilichen Datenbanken, durch das DNA-Profile, FingerabdrĂŒcke und andere persönliche und nicht-persönliche Daten gespeichert und weitergegeben werden können. Die Empfehlung des EuropĂ€ischen Datenschutzbeauftragten, der im Dezember 2007 eine Stellungnahmen ĂŒber die Implementierung des Abkommens veröffentlicht hat, wurde bei dem Abkommen nicht in Betracht gezogen. c. Unzureichender Datenschutz unter der dritten SĂ€ule (Beitrag von Meryem Marzouki, EDRI Mitglied IRIS - Frankreich) Trackback URL fĂŒr diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/850
|
Werbung |