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EDRIgram, Nr. 6.6; 26. März 2008 |
Britische Schutzpolizei erhält Zugriff auf die nationale Datenbank mit Fahndungsfotos
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Sa, 29/03/2008 - 16:54
Am 18. März 2008 hat Peter Neyroud, der Vorsitzende der britischen NPIA (National Police Improvement Agency) den Ausschuss des Unterhauses für Inneres während der abschließenden Sitzung zu den einjährigen Untersuchungen der Überwachungsgesellschaft darüber informiert, dass die Polizei eine Datenbank mit Fahndungsfotos aufbaue, die mit einer Gesichtserkennungstechnologie arbeite, die CCTV Aufnahmen mit Straftätern abgleicht. In den letzten 18 Monaten haben drei lokale Polizeitruppen im Rahmen eines Pilotprojekts eine Datenbank mit über 750 000 Fahndungsfotos erstellt. Bis jetzt wurden rund 7, 7 Millionen Euro für die Entwicklung der Technologie bereitgestellt, die 2009 landesweit eingeführt werden soll. Neyroud gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Schutzpolizei bis zu den Olympischen Spielen in London in 2012 mit verbesserten tragbaren Computern ausgestattet sein wird. Die Systeme werden es der Polizei ermöglichen, auf lokale CCTV Kameras zuzugreifen, Fingerabdrücke zu nehmen und weiterzuleiten und Fahndungsfotos und andere Details wie Narben oder Tätowierungen aus dem nationalen Polizeicomputersystems herunterzuladen. Die Polizei entwickelt eine Software zur „Erkennung verdächtigen Verhaltens“, bei der CCTV Bilder verwendet werden, um verdächtiges Verhalten in Menschenmassen zu verfolgen. Laut Neyroud käme es bei der Bekämpfung von Straßenkriminalität und Terrorismus gelegen. Er sagte auch: „Wir sind es nun gewöhnt, dass unsere Bewegungen auf diese Weise überwacht werden – in Großbritannien kommt mittlerweile eine Überwachungskamera auf 14 Personen. Für die meisten Menschen ist das kein Problem.“ Bei der gleichen Gelegenheit gab Innenminister Tony McNulty vor dem Ausschuss an, er stehe der Ausweitung der britischen DNA-Datenbank auf „nicht-speicherbare“ Verbrechen ablehnend gegenüber, da einige Polizeichefs die Abnahme von Fingerabdrücken bei geringfügigen Vergehen gefordert hatten (wie zum Beispiel illegale Abfallbeseitigung). McNulty ist der Ansicht, dass das derzeitige System, bei dem Detailinformationen über rund 4 Millionen Personen, die verhaftet aber nicht notwendigerweise verurteilt wurden, gespeichert werden, das richtige Gleichgewicht zwischen Sicherheitsfragen und Menschenrechten bietet. Außerdem werden die Ängste vor einer Überwachungsgesellschaft der Mark Big Brother seiner Meinung nach überbewertet. „Diese Idee eines Big Brothers oder einer Big Sister, die jedem und jeder über die Schulter schaut, lässt sich für die Zeitungen wunderbar aufmachen, aber das ist ganz einfach nicht der Fall“ hieß es von ihm. Police trying out national database with 750,000 mugshots, MPs told (19.03.2008) Police on beat look for database access(19.03.2008) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/940
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