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EDRi-gram, Nr 6.10, 21. Mai 2008 |
BBA Italien 2008
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Sa, 24/05/2008 - 20:01
Am 10. Mai 2007 wurden in Florenz die italienischen Big Brother Awards für 2008 im Rahmen einer E-Privacy Konferenz präsentiert. Die italienische Jury besteht aus sechs Juroren, die aus 26 Nominierungen auswählen mussten, fünf davon für die positive Auszeichnung. Der Preis für öffentliche Einrichtungen wurde dem Wirtschaftsministerium für seine äußerst ausgedehnten Kontrollinstrumente verliehen. Es obliegt keineswegs dem Ministerium, etwaige Gesetzesverstöße der Bürger aufzudecken, trotzdem verlangt es von den Steuerzahlern Beweise, dass sie auf der Seite des Gesetzes stehen. Mit der Ausrede der Bekämpfung von Steuerhinterziehung wurde der Einrichtung kürzlich bewilligt, Massendatenordner zu erstellen (Bankdaten, Sozialversicherung etc.), was einen offensichtlichen und sinnlosen Verstoß gegen die Privatsphäre der Bürger darstellt. Die Auszeichnung für die schlimmste Privatfirma erhielt Yahoo für die intensive Überwachung seiner Nutzer. Yahoo hat der italienischen Regierung Daten über seine Nutzer zur Verfügung gestellt. Im Fall des chinesischen Journalisten Shi Tao hat Yahoos CEO Jerry Yan während einer Anhörung vor einer Kommission des US-Kongresses dies zugegeben und auch, diese Tatsache zuvor verleugnet zu haben, und sich dafür entschuldigt. Zur invasivsten Technologie wurde die DNA-Bank der RIS (die Abteilung für Wissenschaftliche Ermittlungen der Carabinieri) von Parma gekürt, welche „still“ eingerichtet worden war, ohne dass es einen speziellen normativen Akt gegeben hätte. Es sind keine Einzelheiten über die genetische Datenbank bekannt und es besteht ein sehr reelles und offensichtliches Risiko, dass die betroffenen Daten missbräuchlich verwendet werden. Der TV-Journalist Bruno Vespa erhielt den „Stiefel-im-Mund“-Preis für oberflächliche Arbeit und die Falschinformation der Bürger über das Internet und neue Technologien. Während einer Übertragung am 21. Februar 2008 und auch bei anderen Anlässen hatte er alarmierende Ansichten zu den Auswirkungen des Internets im Allgemeinen und der neuen Technologien auf die Privatsphäre und die Bildung junger Leute geäußert. Der Preis für das Lebenswerk ging an Franco Frattini, den früheren EU Kommissar für Justiz und Inneres, der seit 8. Mai 2008 auch den Posten des italienischen Außenministers bekleidet; er wurde dafür ausgezeichnet, ein Konzept von Sicherheit verbreitet zu haben, das die „Überwachung und Zensur gefährlicher Wörter“ einschließt. Den positiven „Winston Smith - Held der Privatsphäre“-Preis wurde an das Team Autistici/Inventati verliehen für ihre Gesamtarbeit und für die jahrelange Bereitstellung freiwilliger und kostenloser Kommunikationsdienste, die die Privatsphäre mehr als die kommerziellen oder institutionellen Organisationen respektiert haben. Autistici/Inventati is the hero of privacy (italienisch, 12.05.2008) Big Brother Award Italy 2008 (italienisch, 10.05.2008) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/993
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